Die Abteilung Schulservice der gemeinnützigen kommunalen INTEGRAL GmbH bietet derzeit rund 80 Frauen im Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg Arbeit und Qualifizierung an 16 Schulkiosken.
An mittlerweile 16 Schulkiosken kommen rund 13.500 Schülerinnen und Schüler in den Genuss eines gesunden, ausgewogenen Pausenfrühstücks und eines abwechslungsreichen Mittagsimbiss. "Gesundes, das lecker schmeckt", ist das Motto. Die Angebotspalette umfasst neben frischem Obst, belegten Vollkornbrötchen, selbstgebackenem Kuchen und Vollkornwaffeln auch frisch zubereiteten Quark mit Früchten der Saison. Als Mittagsimbiss werden u.a. heiße Würstchen, Salate, Suppen und Pizza oder auch dreigängige Menüs angeboten. Zu trinken gibt es Frischmilch in vier Geschmacksrichtungen und naturreine Säfte ohne Zuckerzusatz, die der INTEGRAL-Schulservice selbst liefert. Die Speisen werden täglich frisch, bevorzugt aus Produkten der Region, zubereitet und sind ernährungsphysiologisch ausgewogen. Mohrenkopfbrötchen, Gummibärchen, Milchschnitte und Ko sind nicht im Sortiment zu finden.
Die Angebotspalette wird mit der jeweiligen Eltern-, Schüler- und Lehrervertretung im Vorfeld abgestimmt. Allen Unkenrufen zum Trotz sind nun auch ehemalige Skeptiker überzeugt, dass gesunde Kost lecker schmeckt und von den Schülern und Schülerinnen hervorragend angenommen wird. Dies freut auch Schulamtsleitungen und das Gesundheitsamt, die eng mit der Abteilung Schulservice kooperieren.
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Das Verhältnis der Schulkiosk-Frauen zu den Schülerinnen und Schülern ist vertraut und herzlich. Da wird auch mal außer der Reihe für die nach einem Wandertag durchfrorenen Kinder Tee gekocht oder Erste-Hilfe bei der Verarztung von Bienenstichen geleistet. Auch bei so manch kleineren Problemen und Schulsorgen ist der Kiosk eine wichtige Anlaufstelle. Die Schülerinnen und Schüler danken es mit selbstgemalten Bildern und anderen kleinen Liebesgaben. In einer solchen familiären Atmosphäre macht die Arbeit einfach Spaß, auch wenn es mal etwas hektisch zugeht.
Als Beitrag zu einer konsequenten Abfallvermeidung und "müllfreien Schule" kommen nur Mehrweggeschirr und -flaschen zum Einsatz und es werden essbare Becher und Löffel aus Waffelteig verwendet. Die Größe und Ausstattung der einzelnen Schulkioske richtet sich nach den Möglichkeiten der Schulen. Zum Teil sind es richtige Cafeterien mit Profieinrichtung, zum Teil sind es kleinere Kioske.
Die Frauen erhalten befistet eine möglichst wohnortnahe, familienfreundliche Arbeitsgelegenheit in Teilzeit, werden beim "Training on the job" von fünf fachlich versierten Arbeitsanleiterinnen mit Berufserfahrung betreut und in den Ferien im Blockunterricht geschult und weiterqualifiziert. Berufsbegleitend nutzen einige Teilnehmerinnen auch die Möglichkeit, den Abschluss zur staatlich anerkannten Hauswirtschafterin zu erwerben.
Ziel solcher befristeten Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist es, arbeitslosen Frauen -etwa nach der Familienphase oder alleinerziehenden Müttern- einen beruflichen Wiedereinstieg zu ermöglichen und sie an den allgemeinen Arbeitsmarkt heranzuführen. Bei Kinderbetreuungsproblemen, familiären, gesundheitlichen oder sonstigen Problemen wird Beratung und Unterstützung angeboten.
"Das Konzept geht auf!", so das Fazit von Ursula Timmermann-Hanelt, der Leiterin der Abteilung Schulservice. "Die gute Kooperation mit Lieferanten erleichtert die anschließende Arbeitsplatzsuche. Unsere Frauen haben einen guten Ruf. Wer erfolgreich das Stoßgeschäft während der Pausen managt, hat sich für den allgemeinen Arbeitsmarkt qualifiziert. Wir müssen vertragliche Verbindlichkeiten erfüllen und das fordert und fördert die Mitarbeiterinnen täglich. Beim Brötchenkauf in der Region treffe ich fast immer eine unserer ehemaligen Mitarbeiterinnen, an ihren neuen Arbeitsplätzen," berichtet Ursula Timmermann-Hanelt.
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